300-Jahr-Feier Alte Kirche in Langenberg

Alte Kirche in Langenberg

Luftbild Hans Blossey



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Predigt des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland
Pfarrer Dr. Thorsten Latzel am 26. April 2026

Der Friede Gottes und die Liebe Christi und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.
Amen.

➥ Die Predigt zum Download

Liebe Gemeinde,
ich weiß nicht, ob Sie auch etwas von dem Zauberstaub in der Luft spüren:
300 Jahre Alte Kirche Langenberg. Da weht ein Hauch der Geschichte durch die Mauern.
300 Jahre sind viel im Blick auf das Leben von uns Menschen. Ungefähr zehn, zwölf Generationen.
Die Kirche stammt also aus einer Zeit, als die Uroma der Uroma der Uroma Ihrer heutigen Oma lebte.

Ihre Alte Kirche Langenberg hat in diesen letzten drei Jahrhunderten viel erlebt:
die Zeit der Aufklärung, die französische Revolution, Industrialisierung, Hunger, Seuchen, zwei Weltkriege, Frieden, Wiedervereinigung, Digitalisierung, schwere und schöne Zeiten.
Unzählige Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Trauergottesdienste wurden hier gefeiert.
Menschen haben hier gefeiert, gebetet, gesungen, gelacht, geweint, geschwiegen, zugehört.
Haben Trost und Orientierung aus Gottes Wort für ihr Leben erfahren.

Es ist ein durchbeteter Raum, in dessen Fugen viele Geschichten wohnen, eine geistliche Heimat.

300 Jahre sind viel im Blick auf das Leben von uns Menschen.
Und es ist zugleich nur ein Wimpernschlag im Blick auf die Zeit der Schöpfung, erst recht im Blick auf die Ewigkeit Gottes.
„Denn tausend Jahre sind vor dir / wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.
Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom […]“
, so Psalm 90.

Es ist tröstlich zu wissen, dass unsere Zeit, unsere Lebensjahre aufgehoben und bewahrt sind in Gottes Ewigkeit.
Das rückt viele Aufregungen und Sorgen heilsam zurecht.
Das kann uns die Alte Kirche lehren:
Mensch, nimm dich nicht zu wichtig.
Ihr seid nicht die Ersten und nicht die Letzten.
Lebt so, dass die nach Euch hier auch noch gut feiern, beten, singen, lachen, weinen, schweigen – und vor allem auf Gottes Wort hören können – um Trost und Trotz für Ihre Seele zu finden.

Das zeichnet die Alte Kirche aus:
Sie vermittelt uns ein Gefühl für die Endlichkeit unseres Lebens und für den Horizont der Ewigkeit Gottes.

Und ebenso wie die Dimension der Zeit sich im Angesicht Gottes verändert, so ist es auch mit der Dimension des Raumes – und mit diesem Kirchenraum selbst.
Die alte Kirche Langenberg mit ihren dicken Mauern, Kirchenbänken, der Kanzel, den Kirchenfenstern ist Teil eines anderen, größeren und weiteren Kirchenbaus.

Davon spricht der Predigttext für das heutige Jubiläum. Ich lese Verse aus Epheser 2.
Und Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.
Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater.
So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn.
Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.

Der Brief an die Epheser stammt nach allem, was wir wissen, nicht von Paulus selbst, sondern von Schüler/innen des Paulus.
Aus einer Zeit, als die Generation der ersten Zeugen verstorben ist, der Glaube sich ausbreitet, aber auch die Erfahrungen von Fremdheit, Verfolgung und Verlust des Ursprungs zunehmen.

Das zeigt sich etwa an einer kleinen, aber wichtigen Bildverschiebung.
Während Paulus von Christus als dem einen Fundament spricht, auf dem alles erbaut ist, so sind es im Epheser-Brief die Apostel und Propheten, die den Grund bilden.
Christus ist hier der Eckstein, der Schlussstein, der oben in einem Gewölbe alles zusammenhält.

Darin spiegelt sich, dass auch wir Christus nur durch das Zeugnis der biblischen Schriften haben und auf ihn hin leben.
Doch Christus ist und bleibt beides: Fundament und Eckstein, Grund und Ziel, Leib und Haupt der Gemeinde in einem.
Nur „in Christus“ haben wir Teil an Frieden, Freiheit, Versöhnung, der Kraft der Auferstehung.
Wo diese Einsicht verlorengeht,
verwechseln wir allzu schnell unser kirchliches Handeln, unsere theologische Erkenntnis, unsere Gebäude mit dem, was Glaube und Gemeinde ausmacht.
Christus allein!

Drei Gedanken zu unserem kurzen Brief-Abschnitt – und was er für den Blick auf die Alte Kirche Langenberg und unseren Glauben heute austrägt:

In dem Text ist zunächst von Friede die Rede.
Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.

„Frieden auf Erden“ das steht am Anfang des Weges Jesu.
Davon singen die Engel an Weihnachten.
Und an Ostern grüßt der Auferstandene seine Jünger/innen als erstes mit „Friede sei mit Euch“.
Der Friede Gottes ist auch bei jeder unserer Predigten das erste und das letzte Wort.
Vom Kanzelgruß am Anfang: „Der Friede Gottes und die Liebe Christi und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen“, bis hin zum Kanzelsegen am Ende geht es um nichts anderes.
Um den Frieden, den Jesus Christus uns selbst im Evangelium zugesagt hat.

Die Alte Kirche ist wie jede Kirche ein Friedensort – für alle Menschen, für ferne und nahe.
Und das ist wichtig zu betonen in unserer Zeit, in der Krieg, Aufrüstung und militärisches Denken wieder eine ganz neue Brisanz entwickelt haben.

Wenn der US-amerikanische Präsident einer ganzen Kultur mit Vernichtung und höllischer Gewalt droht und sich dabei noch als Heilsbringer stilisiert, dann ist das nichts anderes als Gotteslästerung.

Wenn der russische Präsident die Ukraine seit vier Jahren mit Raketen und Drohnen terrorisiert und die russisch-orthodoxe Kirche dies unterstützt, dann ist das nichts anderes als Gotteslästerung.
Wenn korrupte Machthaber in anderen Ländern das Leben von Menschen brutal zerstören – im Sudan, im Kongo, im Jemen, auf Haiti – alles Kriege, die in unseren Nachrichten kaum vorkommen: dann widerspricht das nicht nur dem Völkerrecht, sondern es ist Gotteslästerung.

Wir glauben an den „Gott des Friedens“.
Siebenmal wird Gott so im Neuen Testament beschrieben.
Immer an prominenten Stellen am Ende eines Briefes.
Deshalb gibt Christus denen, die ihm als Friedensbringer nachfolgen, diese besondere Verheißung:
„Selig sind die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Die Alte Kirche Langenberg ist ein Ort, um Frieden zu stiften.
Zunächst Frieden in Christus zwischen uns und Gott, als dem Urheber allen Lebens.
Und in der Folge davon Frieden mit mir selbst, mit meinen Mitmenschen, in unserem Land, zwischen Ländern.
Es mag politisch richtig sein, dass Europa und Deutschland neu verteidigungsfähig werden muss. Doch Verteidigungsfähigkeit heißt eben nicht Kriegsfähigkeit.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Und was unsere Gesellschaft vor allem braucht, ist Friedensfähigkeit.
Die Gabe, Konflikte zu vermeiden und nichtmilitärisch zu lösen.

Es ist Wahnsinn, dass wir zig Milliarden in Rüstung investieren, obwohl kein Mensch Krieg will, während wir eigentlich jeden Cent dringend gegen den Hunger in der Welt bräuchten, für bessere Bildung und die Bewahrung der Schöpfung.
Die Alte Kirche Langenberg ist und bleibt ein Ort, um Frieden zu finden und Frieden zu stiften.

Die Friedensbotschaft Christi hängt mit dem zweiten Gedanken des Textes eng zusammen: einer Ethik versöhnter Fremdlingschaft.
So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.
Das ist ein zentraler Grundgedanke des christlichen wie jüdischen Glaubens:
Wir sind als Christinnen und Christen allesamt Fremdlinge, dazugekommen in die bleibende Erwählungsgeschichte des Volkes Israel.
So wie es am Anfang des Predigttextes heißt: „euch, die ihr fern wart“.
Das sind wir Heidenchristen.

Aber auch das ganze Volk Israel ist bleibend durch die Erfahrung der Fremde bestimmt:
„Einen Fremdling sollst du nicht bedrücken und bedrängen;
denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.“ (Ex 22,20; 23,9)

Diese Gebot durchzieht das ganze Alte Testament bis hinein in die Zehn Gebote.
Jesus Christus sagt von sich selbst gesagt: „Ich bin fremd gewesen.“
Er identifiziert sich nicht nur mit allen Fremden, sondern macht den Umgang mit den Schwachen, Ausgegrenzten, Armen und Fremden zum Maßstab des Weltgerichts.
Nun ist Fremdling ein altes, anstößiges Wort.
Eine Bezeichnung für jemanden, der nicht richtig dazu gehört.
Für jemanden, der ganz durch eine einzelne, meist negative Eigenschaft bestimmt ist.
Eben wie ein Flüchtling, Sträfling, Sonderling, Wüstling, Widerling, Feigling, Primitivling, Naivling.
Jemand, der nicht ist wie wir, nicht dazugehört mit allen Bürger- und Menschenrechten.
Eben keine Bürger/in, sondern ein „-ling“.
Eine Fremde, ein Unbekannter, ein Wesen wie von einem anderen Stern.
In dem Roman „Von Teufeln und Heiligen“ beschreibt der Autor Jean-Baptiste Andrea eindrücklich, was es heißt, als solch ein „-ling“, weniger Mensch als Ding, als ein Waise groß zu werden:
Draußen zu sein, stigmatisiert zu werden, ohne Familie auch kein Erdenrecht zu haben.
Man riecht es förmlich, merkt es an dem unsicheren Verhalten – „Entschuldigung, dass ich bin“ – und, so Andrea, an dem Zittern der Hände. Nur nicht störend auffallen, dass man da ist.

Das alte Wort Fremdling hat besonders durch Luthers Bibelübersetzung Verbreitung gefunden.

Im Glauben findet nun eine doppelte Transformation statt:
– Zum einen wird die Erfahrung der Fremdlingschaft universalisiert.
Wir alle sind zu Gast auf Erden. Wir sind Fremdlinge – ein Leben lang.
Glaube heißt, sich als „Fremdling unter Fremdlingen“ zu verstehen und anzunehmen.
Als jemand, der nicht selbstverständlich dazugehört. So wenig wie alle anderen auch.

So wie Christus Fremdling war und ist, sind wir es auch.
Es heißt, die Status-Spiele der Anerkennung zu durchkreuzen: die der anderen wie die eigenen.
Egal, ob mein Bodymaß-Index, mein Kontostand, die Farbe meiner Haut, mein Pass, mein Glaube, mein Haus, mein Auto, meine Kinder.

Aufhören, mit unserer Konkurrenz der Fremdlinge untereinander: Wer hat den besseren Status?
Wer ist ein bisschen weniger Fremdling als der andere Erdengast?
„Danke, Gott, dass ich nicht bin wie jener Zöllner oder jener Pharisäer.“
Welch ein Narzissmus der kleinen Differenz!
Vor Gott spielt das keinerlei Rolle.
Vor Gott kommt keiner damit durch – mit keinem Pass der Welt.

– Zum anderen verändert sich im Glauben unser Status – dadurch, dass Gott uns als Fremdling aufnimmt.
In Christus werden wir zu „Mitbürgern der Heiligen und Gottes Hausgenossen“.
Wir gehören zu Gottes WG. Mit allen Wohnrechten und Putzpflichten, die dazugehören.
Wir haben volle Bürger/innen-Rechte in der Gemeinschaft der Heiligen.

„Du bist jetzt eine von uns. Du gehörst dazu.“
Nicht weil du klüger, besser, schöner, frömmer, christlicher, deutscher oder sonst wie wärst.
Sondern, weil Gott dich, mich, uns bei sich aufnimmt. In Christus. Einfach so.

Ebenso, wie meine nervige Nachbarin, meinen seltsamen Kollegen und all die anderen, die mir so herzlich fremd sind.
Sie alle sind Gottes Hausgenossen – wie ich.

Ja, wir werden selbst zu „einer Wohnung Gottes im Geist“ – wie es am Ende des Predigttextes heißt.

Das ist der fundamentale Status-Wechsel im Blick auf unsere kollektive Fremdlingschaft.
Auch er gilt in Christus für alle.
Aber er wird für mich nur erfahrbar, wenn ich ihn gelten lasse.

Die Alte Kirche Langenberg ist ein Ort, wo wir dies erfahren können.
Hier gibt es keine Economy und Business-Class, keine Kirchenbänke erster und zweiter Klasse.
Für alle angenommenen Fremdlinge und Hausgenossen Gottes gibt es die gleichen Holzbänke.

Und schön ist der Gedanke, dass wir dabei zugleich aufgenommen sind in eine Bürgerschaft der Heiligen aller Zeiten und Weltgegenden. Das erfahren wir bei jedem Abendmahl neu.

Womit wir bei dem dritten, wichtigen Gedanken des Textes sind:
Wir selbst sind in Christus Teil des Kirchenbaus Gottes, seines Heiligen Tempels.

In den Worten des Epheserbriefes:
„Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.“

Es ist ein großer Schatz, dass wir solche schönen Gotteshäuser wie die Alte Kirche haben.
Und zugleich gilt: Entscheidend ist es für uns nicht.

Der eigentliche Kirchenbau besteht aus den Menschen, in denen Gottes Geist Wohnung nimmt.
Deshalb sind wir frei, Kirchen zu bauen, zu erhalten und, wenn es nicht anders geht, auch wieder loszulassen und aufzugeben.
Weil wir selbst in der Gemeinschaft aller Heiligen Gottes Kirchgebäude sind.
„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
Das ist die Verheißung Christi, aus der wir leben.

Die Kirche Jesu Christi ist gebaut aus lebendigen Steinen, so wird es in 1. Petr 2 beschrieben.
Und so wie ein Kirchenhaus sollen wir einander Halt, Heimat und Hoffnung geben.

Gott braucht kein Haus, um darin zu wohnen.
Auch wir als Gemeinde Jesu Christi leben letztlich allein aus Gottes Wort, aus Taufe und Abendmahl, von Gemeinschaft, Gebet und Gesang.

Es ist ein großer Schatz für uns und ein starkes Zeichen nach außen, wenn wir solche schönen Gebäude wie diese Kirche haben.
Sie können unseren Seelen und unserer Gemeinschaft einen Ort geben, um Trost zu finden, Orientierung zu erfahren, einander zu begegnen, Liebe zu leben.
Doch gebunden sind wir nicht an sie. Christus kam in einem Stall zur Welt.
Und er tut dies bis heute in Kirchen wie in Ställen, in Krankenzimmern wie in Schulklassen, in schön gestalteten Altbau-Wohnungen wie in Flüchtlingsunterkünften.

Unsere Aufgabe ist es, füreinander und für diese Welt eine Kirche aus lebendigen Steinen zu sein.
Eine Gemeinschaft, in der wir gemeinsam Frieden erfahren und Frieden stiften,
in der wir unsere Gaben miteinander teilen, Einsame besuchen, Traurige trösten, Arme helfen, in der wir als versöhnte Fremdlinge zusammenleben und Brücken bauen, in der wir gemeinsam auf Gottes Wort hören und aus ihm leben.

Gott segne Sie als Gemeinde darin, so zu leben – als Segen füreinander und für andere.
Als Friedensstifter/innen für die Welt, die selbst aus Gottes Frieden leben.

Und möge Ihre Alte Kirche in Langenberg ein Ort sein, wo Menschen das auch in dreihundert Jahren noch feiern – die Urenkel der Urenkel der Urenkel unserer Urenkel.
Das schenke der Gott des Friedens.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus, unserem Herrn. Amen.

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[su_spoiler title=“Rede von Kirchmeister Holger Jünkersfeld“ open=“no“ style=“fancy“]

Rede von Presbyter und Kirchmeister Holger Jünkersfeld am 26. April 2026

➥ Die Rede zum Download

Ein Wort zur „Alten Kirche“

Liebe Gemeinde!
Hier sind wir nun: von nah und fern angereist um unserer „Alten Kirche“ den Respekt zu erweisen und auch denen, die vor mehr als 300 Jahren ihr Herz und ihr Portemonnaie in die Hand genommen haben, Langenberg ein neues Herz einzupflanzen – vielleicht auch um den Nachbarn in Hardenberg/Neviges oder der kath. Konkurrenz zu zeigen: Wir können was. Hinfort mit dem alten Gottesacker, her mit dem neuen Haus und den Glocken.

Unübersehbar reformiert, klar, hell, schlicht, mit einer überbordend reich verzierten Kanzel und einem voluminösen Schalldeckel. Zum Leidwesen unserer Pfarrer allerdings kein Mittelgang. Als Kind habe ich mich immer gefragt, muss der Kirchturm eine Zwiebel als Deckel haben – das muss so sein, wurde mir gesagt – das ist Bergischer Barock.

Unübersehbar in des Ortes Mitte, damals kein Gebäude höher und kein Gebäude größer. Die Jahre vergingen, Langenberg wuchs und gedieh, Tuch- und Papierindustrie, und später auch Metallverarbeitung trugen dazu bei, dass unsere „Alte Kirche“ wohlgestaltete Nachbarschaft bekam, Industriellen-Villen, gutbürgerliche Häuser, die Einwohnerzahlen schnellten nach oben, die Gemeinde wuchs. Bei ca. 3500 Einwohnern eine Kirche mit mehr als 600 Plätzen zu bauen, zeugt von Gottvertrauen. Langenberg zählte in Preußen – bezogen auf die Einwohnerzahl – zu den wohlhabendsten Städten. Das schlug sich in dieser regen, exquisiten Bautätigkeit nieder.

In den folgenden Jahrhunderten entstanden 1877 ein Pfarrhaus, 1878 das ehemalige Amtsgericht am Ortseingang und 1880 die Neue Kirche/Eventkirche alle nach Plänen des Berliner Dom Erbauers Julius Carl Raschdorf. Die katholische Schwestergemeinde weihte 1900 St. Michael. Und weiter ging es mit dem Bismarckturm (gebaut 1906), dem Bürgerhaus (erbaut 1916) und zum Schluß gesellten sich die Sendeanlagen auf dem Hordtberg um 1926 noch dazu. All sie gruppieren sich um unsere „Alte Kirche“, begleiten sie, wachen über sie, lassen uns ein Gefühl von Heimat und Zuhause erfahren und spüren.

Sie sagt uns die Zeit, sie zeigt uns, wo unsere Mitte ist und wenn sie nicht schlägt, rufen besorgte Bürger an und fragen: ist was mit der Alten Kirche?

Natürlich geht der Alterungsprozess und die Geschichte nicht ohne Spuren an ihr vorüber, Glocken werden vom Staat eingezogen und zu Waffen geschmiedet, die Orgel bedarf mehrfach der Erneuerung, 1975 und 1999 erfolgten grundlegende Sanierungsarbeiten, inklusive einer mehrjährigen Schließungszeit.

Was bringt die Zukunft für unsere „Alte Kirche“?

Wie auch bei so vielen anderen Gemeinden hapert es nicht am Willen doch eher am lieben Geld, um notwendige energetische Veränderungen vorzunehmen: Heizung, Licht, Ausstattung etc.. Und überall dem schwebte noch bis vor kurzem das Damoklesschwert eines Gutachtens, das statische Unzulänglichkeiten vermutete, was sich aber als nicht wahr entpuppte. Bauliche Veränderungen in der Stadt zeigen mitunter auch erst Jahre später ihr Auswirkungen, Setzpunkte aus Gips zeigen uns an, dass sich unsere Kirche bewegt: ein Riss hier, Putzriesel dort, ein loser Abschlußstein im Fensterrund. Einen Nicht-Betreten-Bauzaun rund um unsere Alte Kirche zu ziehen, will doch keiner. Wenn unser Konsolidierungsprozess weiter so erfolgreich voranschreitet, wollen, werden und können wir uns dieser nächsten großen Aufgabe widmen. In den nächsten Haushalten sind substantielle Beträge zur Sanierung unserer „Alten Kirche“ eingeplant. Wir werden auf Sie, liebe Vertreter der öffentlichen Hand, der Landeskirche und des Kirchenkreises, zu kommen und Sie weiterhin um Hilfe bitten – wie Sie auch schon in der Vergangenheit geholfen haben – recht herzlichen Dank dafür

Und so sitzen wir denn heute hier beieinander, genießen den Tag, begehen in großer Gemeinschaft freudig das 300 jährige Jubiläum, feiern Gottesdienst und freuen uns – wie sagte man in meiner Jugend – wie „Bolle“, dass wir sie haben – unsere „Alte Kirche“.
Dankeschön

Holger Jünkersfeld
Kirchmeister

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Unterbrechung doppelter Satzbeginn.

Unterbrechung Textlänge

Die Pfarrer unserer Gemeinde

Feier mit uns von zu Hause aus. Zünde eine Kerze an und bete mit uns.
Das Alte Vereinshaus ist seit 150 Jahre im Besitz der Evangelischen Kirchengemeinde Langenberg. Und durch den Verkauf der Gemeindehäuser Eichenkreuzhöhe und Feldstraße erhält das Alte Vereinshaus als Gemeindehaus in Zukunft. Aber eine noch zentralere Bedeutung für die evangelische Gemeindearbeit. Heute spricht zum Glück niemand mehr davon. Aber dass das Alte Vereinshaus vor der kommunalen Neugliederung 1975 fast der Langenberger Stadtplanung zum Opfer gefallen wäre. Und dies ist nur ein dunkler Punkt in seiner langen Geschichte.
Länger als 130 Jahre gingen Generationen von Kindern im dortigen Kindergarten ein und aus. Und als Räumlichkeiten und Spielflächen den Erfordernissen nicht mehr genügten. Und die Gemeinde den Kindergarten zum 30. Juni 1985 auflöste.
Das Haus wurde aber mit hohem Kostenaufwand renoviert und umgebaut. Dabei mussten Auflagen des Denkmalschutzes beachtet werden. Weil die Stadt Velbert das Gebäude am 26. März 1986 unter Denkmalschutz stellte. Und das war gut so.

Die Pfarrer unserer Gemeinde

Feier mit uns von zu Hause aus. Zünde eine Kerze an und bete mit uns.
Das Alte Vereinshaus ist seit 150 Jahre im Besitz der Evangelischen Kirchengemeinde Langenberg. Und durch den Verkauf der Gemeindehäuser Eichenkreuzhöhe und Feldstraße erhält das Alte Vereinshaus als Gemeindehaus in Zukunft. Aber eine noch zentralere Bedeutung für die evangelische Gemeindearbeit. Heute spricht zum Glück niemand mehr davon. Aber dass das Alte Vereinshaus vor der kommunalen Neugliederung 1975 fast der Langenberger Stadtplanung zum Opfer gefallen wäre. Und dies ist nur ein dunkler Punkt in seiner langen Geschichte.
Länger als 130 Jahre gingen Generationen von Kindern im dortigen Kindergarten ein und aus. Und als Räumlichkeiten und Spielflächen den Erfordernissen nicht mehr genügten. Und die Gemeinde den Kindergarten zum 30. Juni 1985 auflöste.
Das Haus wurde aber mit hohem Kostenaufwand renoviert und umgebaut. Dabei mussten Auflagen des Denkmalschutzes beachtet werden. Weil die Stadt Velbert das Gebäude am 26. März 1986 unter Denkmalschutz stellte. Und das war gut so.

Die Pfarrer unserer Gemeinde

Feier mit uns von zu Hause aus. Zünde eine Kerze an und bete mit uns.
Das Alte Vereinshaus ist seit 150 Jahre im Besitz der Evangelischen Kirchengemeinde Langenberg. Und durch den Verkauf der Gemeindehäuser Eichenkreuzhöhe und Feldstraße erhält das Alte Vereinshaus als Gemeindehaus in Zukunft. Aber eine noch zentralere Bedeutung für die evangelische Gemeindearbeit. Heute spricht zum Glück niemand mehr davon. Aber dass das Alte Vereinshaus vor der kommunalen Neugliederung 1975 fast der Langenberger Stadtplanung zum Opfer gefallen wäre. Und dies ist nur ein dunkler Punkt in seiner langen Geschichte.
Länger als 130 Jahre gingen Generationen von Kindern im dortigen Kindergarten ein und aus. Und als Räumlichkeiten und Spielflächen den Erfordernissen nicht mehr genügten. Und die Gemeinde den Kindergarten zum 30. Juni 1985 auflöste.
Das Haus wurde aber mit hohem Kostenaufwand renoviert und umgebaut. Dabei mussten Auflagen des Denkmalschutzes beachtet werden. Weil die Stadt Velbert das Gebäude am 26. März 1986 unter Denkmalschutz stellte. Und das war gut so.

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Aber abgesehen davon abgesehen von. Abschließend alldieweil allerdings als dass als wenn also anderenteils. Andererseits andernteils anders ausgedrückt anders formuliert . Anders gefasst anders gefragt anders gesagt anders gesprochen. Anfänglich anfangs angenommen anschließend anstatt dass auch. Wenn aufgrund auf jeden Fall aufgrund aus diesem Grund, außer dass es. Außer wenn außerdem ausgenommen außer dass wenn beispielsweise. Besser ausgedrückt besser ausgedrückt besser formuliert besser gesagt. Besser gesprochen bevor beziehungsweise bloß, dass dabei dadurch. Dafür dagegen daher dahingegen danach dann darauf darüber hinaus. Darum das heißt das heißt dass davor dazu dementgegen dementsprechend. Demgegenüber demgemäß demzufolge denn dennoch dergestalt. Des Weiteren deshalb dessen ungeachtet desto desungeachtet deswegen. Doch dort drittens ebenfalls ebenso wie ehe einerseits einesteils endlich. Entsprechend entweder erst falls ferner folgerichtig folglich fürderhin.

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Genauso wie geschweige denn hierdurch hierzu hingegen im Folgenden. Im Gegensatz dazu im Grunde genommen immerhin in diesem Sinne indem. Indes indessen infolge infolgedessen insofern insoweit inzwischen schließlich. Seit seitdem so dass so dass sobald sodass sofern sogar solang solange somit. Sondern sooft soviel soweit sowie sowohl statt stattdessen überdies übrigens. Umso mehr als umso mehr als umso weniger als umso weniger als unbeschadet dessen. Und zwar ungeachtet dessen unter dem Strich während währenddessen während. Währenddessen weder wegen weil weiter weiterhin, wenn wenngleich wennschon. Wennzwar weshalb widrigenfalls wiewohl wobei wohingegen zudem zufolge zuletzt. Zum Beispiel zumal zuvor zwar zweitens.

KEYPHRASE

Die Pfarrer unserer Gemeinde